Franco Zeffirelli

  • Kolderup, Sie verdrehen mal wieder vollkommen die Tatsachen. Ich habe nichts zu der Inszenierung an sich gesagt

    Sie beweisen hier das Gegenteil:

    Und das reicht aus, um die inhaltliche Aussage des Stücks ins Gegenteil zu verkehren.

    Das ist ein Urteil über die Inszenierung »an sich«, wie Sie es so lustig nennen. Fällt Ihnen das nicht auf? Ich bleibe dabei: Sie können das nicht beurteilen, weil Sie die Inszenierung nicht gesehen haben. Sie wissen also nicht, wie diese Aktion – von der sie übrigens auch nichts bis auf die oberste Oberfläche wissen – vorbereitet und kontextualisiert wurde. Also wissen Sie nicht mehr darüber als ein »aussagekräftiges Farbfoto« mitteilen könnte. Also beruhigen Sie sich, ich habe nichts verdreht. Wenn von einer Verdrehung der Tatsachen die Rede sein soll, wäre der Vorwurf Ihnen zu machen, aber ich verzichte gern auf solche Wurfgeschosse und ziehe Argumente vor.



    Ob dieser Ausschnitt charakteristisch ist für Z's Arbeit, sei einmal dahingestellt, zumal wenn Sie es sind, der das meint.

    Es ist sehr charakteristisch für Ihre Argumentationsweise, dass Sie glauben, jede Äußerung beanspruche absolute Gültigkeit und verlange, unwidersprochen als gültige Wahrheit hingenommen zu werden. Das ist aber Ihr Problem, meins nicht. Wenn Sie mit Argumenten (ad rem, nicht ad personam) widersprechen können, tun Sie es. Das nennt man dann Diskussion. Da Sie das bisher nie getan haben, liegt allerdings die Annahme nahe, dass Sie es nicht können.


    Hier übrigens eine durchaus zurückhaltend ausgedrückte Meinung zum Thema, von einem der sicher nicht verdächtig ist, persönlich etwas gegen den Mann zu haben:


    Zitat von Harald Eggebrecht

    Zeffirelli liebte es, die Bühnen geradezu hemmungslos vollzustellen und zu bevölkern, auf dass man viel auf ihnen entdecken und sich nicht satt sehen konnte an all den Spektakeln von Jongleuren, Artisten und anderem Zirkus dieser Art. Es bot ein unentwegt in die eigentliche Handlung hineindrängendes Nebenbei, das theatralisch dekorativ wirksam, aber oft dramaturgische Notwendigkeit vermissen ließ.

  • Es ist sehr charakteristisch für Ihre Argumentationsweise, dass Sie glauben, jede Äußerung beanspruche absolute Gültigkeit und verlange, unwidersprochen als gültige Wahrheit hingenommen zu werden.

    Sie waren es doch, der ex cathedra gesprochen hat. Wenn Sie jetzt zurückrudern, soll es mir recht sein.

    Ich habe nichts zu der Inszenierung an sich gesagt - die ich ja, wie Sie sehr richtig sagen - nicht gesehen habe. Unbestritten ist jedenfalls - und das konnte man hundertfach nachlesen und nachhören - , daß in den letzten 30 Sekunden Telramund von den Toten wieder aufersteht und als "Führer" der Brabanter ernannt wird. Statt Gottfried, so wie es von Wagner vorgesehen ist. Und das reicht aus, um die inhaltliche Aussage des Stücks ins Gegenteil zu verkehren.

    Haben Sie es noch immer nicht verstanden, Ira, inszenieren im Sinne K's bedeutet, dass man gegebenenfalls der eigentlichen Story eine ganz neue Handlung überstülpen kann, die für sich genommen zwar plausibel sein kann, mit dem eigentlich Stück aber nichts zu tun hat. Warum man dazu allerdings etwa die Musik von Wagners Lohengrin spielt, wird auf ewig das Geheimnis dieser Regisseure bleiben. Die große Kunst bei dieser Sache ist, dass sich Regisseure dabei immer noch in die Tasche lügen, das alles sei aus Musik und Libretto hergeleitet.
    Ira, Sie werden noch viel lernen müssen! :D

  • Keineswegs ist jedes Zeffirelli-Werk so opulent ausgestattet wie jene Turandot-Inszenierung. Das weiß Kolderup auch, deswegen hat er nämlich genau jene ausgewählt.


    Abgesehen davon ist die Herangehensweise von Zeffirelli natürlich grundfalsch. Wenn im Libretto etwas von einer Kaiserstadt, Skulpturen, Mauern, einem bronzenen Gong und malerischem chinesischen Volk steht, dann muss das bedeuten, dass man das Stück keinesfalls in einer irgendwie daran angelehnten Umgebung auf die Bühne bringen darf.


    (Zeffirelli hätte seine Arbeit übrigens durch wenige gekonnte Kniffe deutlich aufwerten können: Ein paar Rohre quer über die Bühne hier, ein paar Maschinengewehre dort, ins Zentrum noch ein vergilbtes Sofa aus der Nachkriegszeit, das Ganze vor dem Hintergrund einer Tapete aus den Siebzigern, ein paar Hakenkreuzbinden für die Nebenrollen - fertig.)

  • Stimmt - aber kennen Sie irgendein Forum, bei dem das grundlegend anders ist?

    Ich kenne keine anderen Foren. Aber wahrscheinlich haben sie recht. Und streiten auf einem gewissen Niveau ist ja auch in Ordnung, aber dieses "gewisse" Niveau finde ich momentan weder bei der Zefirelli- noch bei der Julius Caesar-Diskussion. Aber ich bin ja erst am Anfang und muß mich hier durcharbeiten. :)

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