Holger von Berg

  • Die Antwort aus dem Festspielhaus lässt nicht lange auf sich warten - Quelle: NBK 13.03.2021


    Austausch auf Augenhöhe

    Festspielhaus reagiert auf Interview mit Holger von Berg

    Bayreuth.

    Mit gemischten Gefühlen hatte Holger von Berg im Kurier-Interview in dieser Woche auf seine Zeit als Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele zurückgeblickt. Unter anderem hatte er von einem Arbeitsklima gesprochen, das nicht immer warmherzig gewesen sei. Auch hatte er sich kritisch darüber geäußert, dass in diesem Sommer ausschließlich Chor-Opern auf dem Spielplan stehen, was er in Corona-Zeiten für bedenklich hält. Pressesprecher Hubertus Herrmann reagierte darauf am Freitag mit dieser Mitteilung:

    „In der länger zurückliegenden Ära von Heinz Dieter Sense als kaufmännischem Geschäftsführer war das Arbeitsverhältnis geprägt von gegenseitigem Vertrauen, Respekt und einem guten Betriebsklima. In der Vorbereitung der Zusammenarbeit mit Herrn Jagels zeichnet sich bereits jetzt ab, dass dieser nicht nur mit Kompetenz und Sachverstand, sondern auch mit dem natürlichen Respekt vor Frau Prof. Wagner als Frau in einer Führungsposition seine Arbeit begreift.“ Jagels, der auf Holger von Berg als Geschäftsführer folgt, setze dabei auf einen Austausch mit Katharina Wagner auf Augenhöhe und lege Wert auf die gemeinsame Entscheidungsfindung, zu der auch „die künstlerische Sensibilität zählt, die in der Vergangenheit auf kaufmännischer Seite zu vermissen war“.

    Weiter heißt es in der Mitteilung: „Die Struktur der Bayreuther Festspiele unterscheidet sich deutlich von der Zeit Wolfgang Wagners als alleinigem Festspielleiter. Entscheidungen sind mit dem Verwaltungsrat abzustimmen und diesem gegenüber auch zu rechtfertigen.“ Es habe sich nicht zuletzt durch die Einführung des Diskurs Bayreuth, der Kinoübertragungen und zahlreicher weiterer Formate gezeigt, dass die Festspiele unter der künstlerischen Leitung von Katharina Wagner eine breite Öffnung erfahren haben.

    Von Berg sagte in dem Interview, dass es in vielen künstlerisch-technischen Bereichen wie Kostüm, technische Direktion oder Maske keine Abteilungsleitungen gebe, die die Festspiele selbst schon mitgemacht haben. Dazu teilt Herrmann mit: „Die Verpflichtung neuer, kompetenter Mitarbeiter auf Abteilungsleiterebene ist ein gewöhnlicher Vorgang, auch an anderen Häusern, und bietet stets auch Möglichkeiten, Strukturen zu hinterfragen und zu optimieren.“ Mit Blick auf den Spielplan in diesem Sommer heißt es, dass der ursprünglich geplante „Ring des Nibelungen“ nicht eins zu eins auf das Jahr 2021 übertragen werden konnte, da die Sänger für den Probenzeitraum nicht verfügbar waren. Umbesetzungen seien keine Option gewesen. „Die konkrete Absage der größten Chor-Oper „Lohengrin“ aus künstlerischen Gründen, um mehr notwendige Probenzeit für die Übertragungen aus dem Chorsaal zu generieren, erfolgte im Herbst letzten Jahres, nicht bereits im Sommer durch Herrn Sense.“ Das Kernrepertoire Richard Wagners umfasse nun einmal meistenteils Opern mit Chorbeteiligung. Und weiter: „Wir hoffen, für den Sommer eine gute Lösung finden zu können, hierbei stehen wir in ständigem Austausch mit den Behörden und dem Gesundheitsamt.“

    Abschließend heißt es in der Mitteilung, dass sich „die Festspielleiterin und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die am 1. April beginnende Zusammenarbeit mit Herrn Jagels sehr freuen und sich wünschen, dass sich das Betriebsklima wieder zu dem guten entwickelt, wie es vor fünf Jahren war“. roko

  • "....... In der Vorbereitung der Zusammenarbeit mit Herrn Jagels zeichnet sich bereits jetzt ab, dass dieser nicht nur mit Kompetenz und Sachverstand, sondern auch mit dem natürlichen Respekt vor Frau Prof. Wagner als Frau in einer Führungsposition seine Arbeit begreift.“

    Was der Pressesprecher damit meint,

    " ...mit dem natürlichen Respekt vor Frau Prof. Wagner als Frau in einer Führungsposition..."

    ist mir jetzt nicht so ganz klar. Herr von Berg hat sich meines Erachtens nicht sexistisch im Interview geäußert.

  • Sehen Sie, und ich finde diplomatisches geschwurbel unsympathisch.

    Man kann auch auf diplomatischem Wege seine Meinung sagen: wenn ich etwa gefragt werde, ob ich Zukunft noch einmal eine Premiere in Bayreuth besuchen werde, kann ich darauf plump antworten: ganz sicher nicht. Ich kann es aber auch durch die Blume zu verstehen geben, indem ich etwa sagen würde, ich würde die zukünftigen Sommer gerne einmal woanders verbringen. Damit weiß jeder was gemeint ist und niemand muss sich nicht auf den Schlips getreten fühlen.

    Respekt vor der Fachkompetenz, das ist angesagt, aber "als Frau" hat das Frau Wagner wohl nicht nötig.

    Na ja, es klang ja eben an, dass er Probleme mit Frauen in Führungspositionen hat. Das ist dann tatsächlich 19. Jahrhundert (wobei es bei den Festspielen ja bereits früher weibliche Leitungen gab, die zumindest im künstlerischen Bereich ja auch sehr erfolgreich waren).

  • Man kann auch auf diplomatischem Wege seine Meinung sagen: wenn ich etwa gefragt werde, ob ich Zukunft noch einmal eine Premiere in Bayreuth besuchen werde, kann ich darauf plump antworten: ganz sicher nicht. Ich kann es aber auch durch die Blume zu verstehen geben, indem ich etwa sagen würde, ich würde die zukünftigen Sommer gerne einmal woanders verbringen. Damit weiß jeder was gemeint ist und niemand muss sich nicht auf den Schlips getreten fühlen.

    Warum soll er das sagen, wenn er das nicht meint? Genau das empfinde ich als diplomatisches Geschwurbel.

  • Mir scheint eher, dass der Neue da ein Problem hat......

    Niemand muss Frau Wagner mehr respektieren, weil sie eine Frau ist und kein Mann. Sie hat die Fachkompetenz oder nicht; das zählt und dafür ist Respekt zu zollen.


    Knapp zu sagen, ich gehe nicht zu einer Auführung nach Bayreuth, ist ehrlich und auch sehr verständlich, nach dem was v.B. in Interview gesagt hat und was jetzt als Reaktion hinterherkam.


    Immer noch nichts zu Thielemann......

  • Immer noch nichts zu Thielemann......

    Sie können wohl kaum erwarten, dass sein Rauswurf aka Nichtverlängerung des Vertrages verkündet wird.


    Warum sollte sie Herr Berg zu Verhandlungen äußern, die er nicht mehr (mit)abschließen wird. Das wäre nun wirklich das allerletzte.

  • Mit dieser ziemlich naiven Einstellung kommen Sie in vielen Lebensbereichen nicht weit.

    Glauben Sie mir Ira, man kann mir sicher einiges nachsagen, aber Naiv bin ich garantiert nicht.


    P.S. Warum werden Sie schon wieder beleidigend, bloß weil ich Ihrem Denkmuster nicht entspreche?

  • Habe ich gesagt, daß Sie naiv sind? Verdrehen Sie bitte meine Worte nicht!

    Ich sagte lediglich, daß diese Einstellung "ziemlich naiv" ist. Und das ist sie.

    In der freien Wirtschaft z.B. sind Sie mit so einem Verhalten sehr schnell abgehängt, das können Sie mir gerne glauben.

  • Mit dieser ziemlich naiven Einstellung kommen Sie in vielen Lebensbereichen nicht weit.

    Das ist keineswegs naiv, sondern ehrlich un "ehrlich währt am längsten". Wie weit ich damit komm, muss Sie nicht kümmern!

    Sie können wohl kaum erwarten, dass sein Rauswurf aka Nichtverlängerung des Vertrages verkündet wird.

    Wenn ich so negativ denken würde wie Sie, könnte das der Fall sein; ist es aber nicht!

    Vielmehr ist der Vertrag mit Jahreswechsel ausgelaufen und heute ist der 13. März. In jedem anderen Unternehmen wäre längst eine Verlängerung oder Beendigung des Vertrages ausgesprochen worden und in einem, die Öffentlichkeit tangierenden Fall, auch kommuniziert worden.

    Es erhebt sich auch die Frage, ob der Musikdirektor weiter bezahlt wird oder nicht. Das Ersatzprogramm braucht doch die Mit- und Zuarbeit des Fachmannes. Kostenlos kann man ihm diese nicht abverlangen, ohne Vertrag kann man ihn weder einbeziehen noch bezahlen. Ist dis doch der Fall, ist das ein Punkt für die Aufsichtsgremien.

    Daher: immer noch nichts zu Thielemann, sehr merkwürdig....


    Strukturelle Erneuerung ist dringend geboten!

  • In der freien Wirtschaft z.B. sind Sie mit so einem Verhalten sehr schnell abgehängt, das können Sie mir gerne glauben.

    Na das sind ja starke Worte. Ich habe mein ganzes Berufsleben in der "freien Wirtschaft" verbracht und da war Herumgeeiere nie zielführend und auch nicht vertrauensbildend. Je klarer eine Ansage, desto besser für die Zusammenarbeit.

  • Habe ich gesagt, daß Sie naiv sind? Verdrehen Sie bitte meine Worte nicht!

    Ich sagte lediglich, daß diese Einstellung "ziemlich naiv" ist. Und das ist sie.

    In der freien Wirtschaft z.B. sind Sie mit so einem Verhalten sehr schnell abgehängt, das können Sie mir gerne glauben.

    Ach Ira, glaube ich Ihnen eben nicht.

    Ich habe fast 45 Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet und genieße jetzt seit einigen Jahren meine Rente. Sicher war mein Weg nicht immer der leichteste, aber ich konnte Abends immer in den Spiegel schauen.

  • Werte elsa, von "Herumgeeiere" war auch nicht die Rede. Das hat nichts mit einem diplomatischen Verhalten zu tun.

    Und, Pusteblume, es hat auch nichts mit "nicht in den Spiegel schauen können" zu tun.

    Es geht da um Feinheiten, aber wer das nicht versteht, dem kann man es auch nicht erklären.

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