Frank Castorf

  • Ach Daumler, ich habe nicht geschrieben, dass ich dieses Interview inhaltlich teile, sondern dass ich es überraschend finde. Und zwar so überraschend, dass man es gelesen haben sollte ..

  • Es gibt sie noch, diese Momente, in denen man plötzlich überrascht wird. Zugang nur über Abo, aber lohnt sich ....

    Ist das Interview auch in der Printausgabe?

  • Natürlich muss er mal wieder den Provokateur mimen, aber da ist einiges echt köstlich (alles kopieren ist wohl verboten):


    "Bis vor Kurzem war dort der Hauptfeind der alte weiße Mann. Sehr viele junge Menschen, die gerade ihr Theaterwissenschaftsstudium hinter sich hatten, waren der Meinung, der alte weiße Mann sollte möglichst schnell verrecken. Jetzt ist das Virus da, und auch in den Theatern finden plötzlich alle, jeder Alte, auch wenn er über 80 Jahre und ein Mann ist, sollte um jeden Preis geschützt werden. "

  • Ach Daumler, ich habe nicht geschrieben, dass ich dieses Interview inhaltlich teile, sondern dass ich es überraschend finde. Und zwar so überraschend, dass man es gelesen haben sollte ..

    Geben Sie sich keine Mühe, opernwahn! Des Daumlers Unwerk lässt sich durch keinerlei noch so guten Zureden zu sinnvollem Urteilsausdruck wandeln. Ich habe es auch schon versucht, ohne, jeglichen Teil Erfolgs!

  • Geben Sie sich keine Mühe, opernwahn! Des Daumlers Unwerk lässt sich durch keinerlei noch so guten Zureden zu sinnvollem Urteilsausdruck wandeln. Ich habe es auch schon versucht, ohne, jeglichen Teil Erfolgs!

    Wenigstens hat er eine eigene Meinung, das ist ja schon viel, und attackiert keine anderen Foristen, das ist fast noch mehr wert!

  • und attackiert keine anderen Foristen

    Da haben Sie auch wieder recht. Aber manchmal nimmt man lieber auch eine Attacke hin, bei der sich der Recke wenigstens mit offenem Visier auf das Feld wagt, wenn auch mit unangemessener Waffenwahl, als dass man immer nur dieselben stumpfen Pfeile eines faden aus der Deckung des Hinterhalts müde schießenden Kämpfers aufblitzen sieht, die zwar einerseits je länger je mehr langweilen, aber doch andererseits immer wieder Aufmerksamkeit heischend ins Leere ragen, dabei dauerhaft gelbe Spuren auf weißem Grund hinterlassend.

  • Das haben Sie sehr schön ausgedrückt, lieber Hagen!

    Mir geht es genauso. Ich stelle mich lieber einer anderen Meinung, das ist zum einen interessant und dann kann ich auch darauf antworten und meine Ansicht vertreten oder auch nicht. Aber diese Schüsse aus dem Hinterhalt finde ich absolut ungut.

  • Was für ein törichtes, eingebildetes und infantiles Zeug, das Herr C. da zum Teil von sich gibt.

    Ich glaube, Herr Castorf spielt immer auch eine Rolle, wenn er sich öffentlich äußert. Privat und in den eigenen vier Wänden hört sich das vielleicht anders an.

  • Privat und in den eigenen vier Wänden hört sich das vielleicht anders an.

    Das nutzt den Lesern der Presseorgane, in denen er sich veröffentlichen läßt, verd.... wenig.

  • Da will ein nicht mehr ganz junger kleiner Junge sich nicht von "Mutti" zum Händewachschen ermahnen lassen. Muss man darüber einen Artikel veröffentlichen? Muss man dann auch noch darüber ernsthaft diskutieren?

  • Da will ein nicht mehr ganz junger kleiner Junge sich nicht von "Mutti" zum Händewachschen ermahnen lassen. Muss man darüber einen Artikel veröffentlichen? Muss man dann auch noch darüber ernsthaft diskutieren?

    Es wäre hilfreich, wenn man nicht nur die Überschrift, sondern das gesamte Gespräch liest...denn da geht es um weit mehr als das bloße Händewaschen. ?

  • Castorf macht sich heute erst einmal zwei Flaschen Wein auf und denkt sich seinen Teil, vor allem, "verdammt war das schon wieder einfach, die üblichen Verdächtigen zu provozieren"

  • Was ist nun daran infantil, wenn einer den Virologen nicht vertraut, weil für diese der Begriff "Wendehals" beschönigend wäre. Und natürlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, die Maßnahmen abzulehnen, noch sind wir ja nicht im Ausnahmezustand. Und keiner von wird je erfahren, warum Corona bei uns so harmlos ablief: weil wir diesen Maßnahmen ausgeliefert wurden, oder obwohl wir diesen Maßnahmen ausgeliefert wurden. Und ein Theatermann wie Castorf darf doch wohl nach Studium der Sterblichkeitsrate bei Shakespeare zum Schluß kommen, dass alles nur ein großer Schnupfen war.


    Castorf: "Aber angesichts der jetzigen Sterblichkeitsrate und der Zahl von bisher weniger als 6000 Corona-Toten sage ich: Es ist immer traurig, wenn ein Mensch stirbt, auch ein alter Mensch. Aber es ist der Lauf der Dinge, den wir akzeptieren müssen. Wir sind mit dem Tod geboren, das ist eine philosophische Plattitüde. Das Theater ist dafür da, daran zu erinnern, dass wir den Tod nicht abschaffen können."


    Viel eher stößt wundert mich sein Kokettieren mit AfD-Positionen. Viel Futter für alle, die wie ich Anhänger der Hufeisentheorie sind. Aber ich denke eben auch, an beinahe jeder Passage ist etwas dran, selbst seiner Verbeugung vor Trump. Allerdings käme ich jetzt nicht dazu, Trump deshalb gleich gut zu finden, nur weil ihm die Medien in der Tat übel mitspielen (z.B. die Infektionsmittelgeschichte).


    Aber natürlich: einer wie Castorf, der sein Leben lang von Provokationen gelebt hat, der ist auf Entzug, wenn er alleine zu Hause sitzt. Und dann kommt halt sowas dabei raus. Und beim Merkel-Händewaschen ist doch nur der Umgang der Regierung mit dem Volk gemeint, sorry, da erinnert mich nun tatsächlich vieles an 2015, als auch nichts erklärt, sondern "Durchhalten" propagiert wurde. Die ergriffenen Maßnahmen, den Mundschutz im Mai, das kapiert doch kaum noch einer, aber Mutti bekommt in den Medien weiter standing ovations ...

  • selbst seiner Verbeugung vor Trump.

    Ich habe das Interview in seiner Gänze leider nicht gelesen. Kommt darin tatsächlich so etwas vor wie eine 'Verbeugung vor Trump'?

  • Hier noch die Zitate, hoffem dies ist legal ...



    Ja. Ich wünsche mir einen republikanischen Widerstand. Als die BRD-Regierung Ende der Sechzigerjahre versuchte, eine Notstandsgesetzgebung durchzupeitschen, gab es einen wahnsinnigen Bürgeraufstand gegen diese Gesetze. Wo bleibt der heute?

    Wenn sie jetzt anfangen, aufgehetzt durch ihre Regierung, nicht bloß sich selbst dauernd gegenseitig zu erziehen, sondern die ganze Welt, dann finde ich das unverschämt. Die Propaganda gegen Russland hört sich an wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Und ich stelle mit Erschrecken fest, dass ich plötzlich sogar Trump mag. Weil der aus der Reihe tanzt.


    Trump ist immerhin der gewählte Repräsentant des amerikanischen Volkes. Aber er wird lächerlich gemacht, zum Idioten erklärt, weil er in der Krise anders handelt als die Deutschen. Ich würde mich als Kritiker des amerikanischen Systems bezeichnen. Aber dieses Wüten über Trump, das ist die Krankheit der Deutschen, dieser Wahn eines kleinen mitteleuropäischen Volkes, der uns bis Stalingrad geführt hat und dann wieder zurück.