#meetoo und die Kunst

  • Aus der SZ:


    "...Um dies zu begründen, liefert sie eine ausführliche, hier nur sehr verkürzt wiedergegebene Analyse des Gedichts "Wie alles zusammenhängt...."
    Darin beschreibt Krüger Schafe, die "bewegungslos auf ihren dünnen Beinen" hinter seinem Haus träumen. Aus deren dunklen Fell werden Soutanen für "Priester im Pfaffenwinkel" geschneidert. "Oder auch Roben für die Richter und Staatsanwälte, / die Recht sprechen sollen, / auch wenn es kein Recht zu sprechen gibt, Hochmut und Dünkel werden in den Stoff gewebt, / damit er glatt fällt, wenn sie sich im Namen des Volkes erheben von ihren Stühlen."
    Eine interessante Verknüpfung, findet Müller-Wieland. Mit den Schafen "auf ihren dünnen Beinen", "Priestern im Pfaffenwinkel" und den offenbar unfähigen Vertretern der Justiz ergäbe sich ein interessanter Assoziationsreigen, würden doch Schafe entweder als wenig intelligent oder als schwer unterschätzte, durchaus lernfähige Tiere erachtet. "Wie auch immer: Sie müssen für Menschengruppen herhalten, die ihres Amtes laut diesem Text offenbar nicht würdig sind, und man kann nur mutmaßen, was uns der Dichter mit der Verbindung von Machtmissbrauch, den sexuellen Verbrechen der Kirche und der Widmung für einen Sexualstraftäter sagen will", schreibt Müller-Wiegand...."


    Bevor nicht eine Stellungnahme der anderen Seite kommt - die bisher ausblieb - kann man dazu überhaupt nichts sagen. Wie die Schriftstellerin selbst sagt, sind das nur "Mutmaßungen".


    Hier noch ein Link des Deutschlandfunks:
    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=464125

  • Rettet die Kunst vor den Moralaposteln

    Die gesellschaftliche Sensibilität für Fehlverhalten ist dank MeToo und anderer Initiativen gewachsen. Aber die Grenze ist erreicht, wenn sich der Protest nicht mehr gegen die Personen, sondern gegen deren Kunst richtet, meint der Konzeptkünstler Peter Kees.

    https://www.deutschlandfunkkul…ml?dram:article_id=464617

  • https://www.sueddeutsche.de/pa…er-polanski-ein-1.3541149


    "Und Samantha Geimer? Sie hat Polanski verziehen. Er hat sich in einem Brief entschuldigt und nach einer Zivilklage zahlte er Geimer offenbar eine halbe Million Dollar Schadenersatz. 2013 veröffentlichte sie das Buch "The Girl. Mein Leben im Schatten von Roman Polanski". Darin bezeichnet sie das Erlebte ganz klar als Vergewaltigung. Gleichzeitig schreibt sie, sie würde lieber noch mal den Abend durchleben, als die Demütigung danach: Die ständigen Verhöre, die Vorwürfe gegen ihre Mutter, die mediale Aufmerksamkeit. Als der Fall 2009 wieder Schlagzeilen macht, belagerte die Presse Geimers Haus in Nevada. Sie will, dass es vorbei ist. Deswegen hat sie sich nun auf die Seite von Polanskis Anwälten gestellt."


    Ob das den Damen in Paris klar ist?

  • Wenn Sie schon so inquisitorisch fragen, bitte: ich wäre überhaupt nicht hingegangen. Ich bin noch nie zu Gerichtsverhandlungen gegangen. Das ist mir zu voyeuristisch.

  • Wenn ich nicht da bin, kann ich weder rausgehen, noch bleiben.

  • Und die binde ich Ihnen nicht auf die Nase, damit müssen Sie leben.

  • Wenn ich nicht da bin, kann ich weder rausgehen, noch bleiben.

    Sie könnte doch zum Rausgehen oder Bleiben eine Stellvertreterin schicken. ^^

  • Moral frisst Geist:


    https://www.faz.net/aktuell/fe…en-verlegen-16671227.html


    "Es geht nicht darum, über „Hexenjagden“ zu klagen oder so zu tun, als dürften sich Genies alles erlauben; wer etwas getan hat, sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden, aber nur von der Justiz und nicht von Leuten, die sich auf ihrer moralisch richtigen Seite mit schon fast beneidenswerter Selbstgewissheit geborgen fühlen."

  • Rowohlt veröffentlicht Woody Allens Memoiren wie geplant:

    https://www.faz.net/aktuell/fe…en-im-april-16676517.html


    Also ehrlich: wenn ein rechtmäßig verurteilter Doppelmörder Bücher veröffentlichen und im Spiegel Interviews geben kann, wäre es geradezu ein Skandal, wenn Rowohlt anders entschieden hätte. Vermutlich tritt jetzt der Streisand-Effekt ein und das Buch verkauft sich wesentlich besser als zunächst angenommen. :)