Beiträge von tomdirigent

    Online tomdirigent Schüler

    Grad vom Lear zurück. Ist mit fast 82 unter der Maske ganz schön anstrengend. Davon abgesehen:

    Tolle neue Idee, das Stück in einem Museum spielen zu lassen. Noch nie gesehen ( in den letzten 4 Wochen). Toller Regieeinfall vor Beginn des eigentlichen Librettos: Gerhaher nimmt ein Insekt aus der Ausstellungsvitrine, wahrscheinlichlich eine Biene und sagt: To be(e) or not to be( e). Da ist man gleich froh eingestimmt. Toll auch, den Narren mit dem Marthalerfaktotum Graham Valentine zu besetzen. Zum Glück kann man lesen, was er sagt. Seine Rolle füllt er jedenfalls nicht aus. Mit ihm und der Regie ist die Figur des Narren völlig verschenkt. Lange musste man warten, bis einer umfällt und wieder aufsteht und wieder umfällt und wieder aufsteht... Endlich, kurz vor Ende, machte es Edmund. So muss es sein, wo Marthaler draufsteht, muss auch Marthaler drin sein. Eigentlich hätte ich erwartet, dass Gerhaher vor der Heideszene noch das Heideröslein singt. Im Übrigen weitgehend Steh- und Sitztheater.

    Gesungen wurde sehr gut, das Orchester wunderbar, am besten - der herrliche Gerhaher verzeih mir - sind doch die Zwischenspiele ohne Gesang. Freundlicher Beifall

    Grad vom Lear zurück. Ist mit fast 82 unter der Maske ganz schön anstrengend. Davon abgesehen:

    Tolle neue Idee, das Stück in einem Museum spielen zu lassen. Noch nie gesehen ( in den letzten 4 Wochen). Toller Regieeinfall vor Beginn des eigentlichen Librettos: Gerhaher nimmt ein Insekt aus der Ausstellungsvitrine, wahrscheinlichlich eine Biene und sagt: To be(e) or not to be( e). Da ist man gleich froh eingestimmt. Toll auch, den Narren mit dem Marthalerfaktotum Graham Valentine zu besetzen. Zum Glück kann man lesen, was er sagt. Seine Rolle füllt er jedenfalls nicht aus. Mit ihm und der Regie ist die Figur des Narren völlig verschenkt. Lange musste man warten, bis einer umfällt und wieder aufsteht und wieder umfällt und wieder aufsteht... Endlich, kurz vor Ende, machte es Edmund. So muss es sein, wo Marthaler draufsteht, muss auch Marthaler drin sein. Eigentlich hätte ich erwartet, dass Gerhaher vor der Heideszene noch das Heideröslein singt. Im Übrigen weitgehend Steh- und Sitztheater.

    Gesungen wurde sehr gut, das Orchester wunderbar, am besten - der herrliche Gerhaher verzeih mir - sind doch die Zwischenspiele ohne Gesang. Freundlicher Beifall.

    Da sieht man mal wie wagnerinfiziert der Verbesserungsautomat schon ist: Aus Kieth Warner in Verbindung mit Bayreuth wird Kieth Wagner. Und wenn man nicht aufpasst, wird aus Schwarzalberich ein Schwatzalberich :thumbsup:

    Bin ich einer der wenigen, die bis zum Ende durchgehalten haben, mit Kopfhörer und abwechselnd Nubertlautsprechern, weil die Tonabmischung zeitweise miserabel war- im Gegensatz zum Wiener Werther am Tag zuvor oder der Tosca unmittelbar vor dem Lohengrin?

    Fazit, es hat sich wirklich szenisch nicht gelohnt. Mein einsames Buh schallte durch die Nacht. Dass der gute Pape da mitgemacht hat, kann nur eine freundliche Geste gegenüber Barenboim sein. Natürlich kann man Helnrich heute nicht mehr vom Blatt spielen, das haben ua schon Neuenfels und Keith Wagner in Bayreuth gezeigt, aber so war's einfach unerträglich, weil man nur Mitleid mit dem Sänger bekam.Erträglich waren eigentlich nur der 2..Akt bis zur Münsterszene und das Schlafgemach ( wenn man beim Vorspiel die läppische Ledaprojektion verdrängt). Der Schluss wieder mal -haha -als Gag. Gottfried pudelnass, wohl weil er ja grade noch als Schwan im Wasser war, oder weil uns ja erzählt worden war - und ein ganzes Vorspiel lang im Video gezeigt wurde - das er ertrunken sei. Packt das Spielzeug aus, das ihm Lohengrin vererbt hat und haut auf uns, das Publikum mit dem Holzschwert ein und sticht zu, bis eeendlich das Licht ausgeht. Uff.

    Gut, dass Alagna nicht in Bayreuth gesungen hat, er war zwar besser als befürchtet, aber...Vogt, Beczala...Die Beste war mE Gubanova als Ortrud, Elsa gut gespielt, Stimme gelegentlich etwas angestrengt und schrill. Orchester kann man ehrlich gesagt mit Lautsprechern nicht beurteilen.

    Wenn Paul und Frank miteinander sprechen, ist oft kaum zu unterscheiden, ob grad der Tenor oder der Bariton singt. Ideal find ich das nicht. Bei seiner großen Arie vom Sehnen, vom Wähnen lässt mich Frank/Fritz Filonczyk leider kalt, die Stimme vermag nicht Text und Melodie in ein Gefühl zu verwandeln. Für mich eine Fehlbesetzung. Kaufmann erbringt eine große, bewundernswerte Leistung, aber man hat den Eindruck, dass seine Stimme - bis auf die Schnulze vom Glück - nicht ideal ist für diese Rolle. Petersen ist toll, aber mehr noch als bei Salome merkt man, dass ihre Stimme doch recht klein ist. Zur Oper selbst: für mich war es ein heiteres Klängeraten, an was ich gerade erinnert werde, an Strauss Ariadne, Salome, Frau ohne Schatten. Am Ende hat vom Klang her nur noch der ( heute verpönte) Sarottimohr aus einer alten Rosenkavalierinszenierung gefehlt.

    Noch ein Hinweis zur Gefährlichkeit von Konzertbesuchen: In der Philharmonie im Gasteig in München gibt es im Saal keine Handläufe und treppab ist es für ältere Menschen dort sehr schwierig. In Luzern kann man sich allerdings im obersten Rang angesichts sehr steiler und sehr hoher Stufen eigentlich nur abseilen, freihändig sind diese Stufen nicht begehbar. Die schlimmste Erfahrung habe ich allerdings in der Pariser Philharmonie gemacht, und zwar nicht bei den Treppen, sondern beim Versuch, meinen Platz in der Reihe zu erreichen, wobei einige Besucher freundlicherweise aufstanden. Da die Reihe davor so tief lag, dass keine Rückenlehne Anhalt bot, es auch kein Geländer gab und die Füße der Stehenden die ganze Breite des Gangs ausfüllten, wurde mir beim Versuch, meinen Platz zu erreichen, trotz korrekten face to face schwindlig und ich musste mich an den Schultern der Stehenden festhalten. Peinlich, peinlich. Nie mehr.